Die unglaubliche Geschichte von den Schönheiten aus Lipica

An der Veranstaltung haben auch die Vertreter vom slow. Lipizzanerzuchtverband teilgenommen.

12.01.2022 – Im Kulturzentrum Krpan in Pivka wurde der Film »Die unglaubliche Geschichte der Schönheiten von Lipica« gezeigt, der die dramatische Rettung der Lipizzanerpferde am Ende des Zweiten Weltkriegs darstellt. Nach der Kapitulation Italiens wurden auf Initiative der deutschen Armee die Lipizzaner von deren Pferdepflegern in die tschechische Stadt Hostoun gebracht, die nach dem Krieg zur Roten Armee gehörte.

Damals kam die amerikanische Armee den Lipizzaner Pferdepflegern zu Hilfe, um die Pferde in den Westen zu retten, genannt Operation Cowboy. Die Geschichte der Rettung, die auch die Disney-Studios inspirierte, wurde als Dokumentarfilm im Verein Kolut verfilmt. Die Dreharbeiten wurden von der amerikanischen Botschaft in Slowenien, der Gemeinde Postojna, dem Militärhistorischen Park Pivka, dem Gestüt Lipica und der Versicherungsgesellschaft Triglav unterstützt. Drago Mislej Mef schrieb das Drehbuch, Dušan Milavec führte Regie.

Die Deutschen brachten Pferde aus den besten Gestüten Europas, darunter auch alle Pferde aus den wichtigen Lipizzaner-Gestüte nach Hostoun im heutigen Tschechien,. Es waren 375. Verantwortlich für die Lipizzaner war Alois Podhajsky, der viele Jahre die Spanische Hofreitschule in Wien leitete. Die Pferde wurden von Kriegsgefangenen zusammen mit den Pferdepflegern aus den Herkunftsländern der Lipizzaner gepflegt. Unter ihnen waren auch 14 Pferdepfleger aus Lipica. Gegen Ende des Krieges bestand die Gefahr, dass die Pferde Kriegsbeute werden würden oder als Nahrung für die Soldaten der vorrückenden Roten Armee, da die Tschechoslowakei zu diesem Zeitpunkt bereits unter sowjetischer Besatzungszone lag. Es wurde nie geklärt, wer den deutschen Geheimdienstagenten an die Front der amerikanischen Seite schickte, der die Fotos der Lipizzaner aus dem Stall Houston mitbrachte. Charles Hancock Reed, Oberst des zweiten Kavallerieregiments von Pattons dritter Armee schlug General George Patton, Kavallerieoffizier die Rettungsaktion namens Operation Cowboy vor. Das Abkommen zwischen den Amerikanern und den Deutschen von Ende April 1945 sah vor, dass die Amerikaner über tausend Pferde und 300 amerikanische und britische Kriegsgefangene übernahmen.

Auf ihrem Weg nach Westen trafen die Amerikaner auf deutsche Soldaten, die nichts von der Vereinbarung wussten. Zwei amerikanische Soldaten kamen während diesen kurzen Gefechtes ums Leben. Am 15. Mai 1945 trafen die Pferde in Schwarzenberg in Bayern ein. Vom 18. bis 25. Mai ging es für die Pferde weiter in zwei Etappen nach Sankt Martin bei Neustadt. Von dort aus wurden 215 Pferde nach Österreich zurückgegeben. Später wurden die meisten Pferde und die Bücher vom Gestüt Lipica den Italienern übergeben. Die Amerikaner überreichten den Italienern die Stammbücher und 80 Lipizzaner, darunter fünf Hengste, 42 Stuten und 33 Fohlen. Die Herde wurde im Gestüt Montemaggiore in der Nähe von Rom untergebracht. Ins Gestüt Lipica kehrten nur 11 Lipizzaner zurück. Dies erschwerte erheblich in den kommenden Jahren den Wiederaufbau der Lipizzaner Herde. Wie bereits erwähnt, inspirierte die außergewöhnliche Rettung der Lipizzaner auch Walt Disney, der den Film mit dem Titel Miracle of the White Stallions – Wunder der weißen Hengste drehte.

Nach der Vorführung gab es ein Gespräch mit Frau Marija Stopar Štefan und dem Direktor des Militärhistorischen Parks Pivka, Janko Boštjančič. Die Tochter des Lipica Pferdepflegers Andrej Stopar, der die Pferde nach Tschechien begleitete, erläuterte im Interview das Leben in Lipica. Sie erklärte auch wie wichtig die Arbeit der Pferdepfleger für ihren Vater und Grossvater war. Der Direktor des Militärhistorischen Parks Pivka, Janko Boštjančič, beleuchtete die zahlreichen Migrationen der Lipizzaner seit den Napoleonischen Kriegen, während des Österreichisch-Französischen Krieges und während des Ersten und Zweiten Weltkriegs. Er erklärte, dass Lipizzaner auch während der Kriege als Kostbar und nicht als Vieh behandelt wurden.

Nejc Poljanec und Nina Peternel